Worte zum Lockdown | Edwin im Kleeblatt 6/2021

Gedanken zum nun bereits seit fast einem Jahr andauernden Corona-Lockdown

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


wenn wir in unsere Herzen hineinschauen, und damit meine ich, in unsere innere Welt, was sehen wir? In dieser Zeit des Lockdowns, die als sehr schwierig und herausfordernd empfunden wird, in der die Kontakte abgebrochen sind und Menschen sich mit sich selbst beschäftigen müssen, vermute ich, kommt vieles zum Vorschein. Gedanken, die nicht verarbeitet sind, Gefühle, die wir in den hintersten Räumen unserer Seelen versteckt haben und Frust.

Bei Menschen, die im Herzen Frieden haben, kann jedoch Freude darüber entstehen, mehr Zeit und Ruhe zu haben und sich mit seinen eigenen Gedanken beschäftigen zu können. Ich glaube, dass diese Zeit des Lockdowns und der Beschränkungen, auch eine Chance bietet, sich mit dem Wesentlichen und Wichtigen zu befassen. Im Monatsspruch für den Februar sind die Jünger Jesu nach einem sehr erfolgreichen Einsatz erfreut und dankbarfür den Erfolg. Jesus sieht aber wieder einmal alles aus einem anderen Blickwinkel.

Wer mit Jesus lebt und auf seine Worte hört, wird immer wieder erfahren, wie anders er ist und wie er unsere Gedanken auf das Wesentliche lenkt. Seine Jünger sollen lernen, dass nicht der kleine Erfolg zählt, sondern das Eigentliche im Mittelpunkt stehen soll. Wie sieht es in unserem Herzen, oder wie die Bibel unsere innere Welt auch nennt, unserer Seele aus?

„Freuet euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“

Lukas 10,20

Es ist ein Wort, das man in der heutigen Zeit kaum noch aussprechen darf. Wer denkt schon über den Himmel oder die Ewigkeit nach? Jesus tut es! Die Corona-Krise hat uns eines gezeigt: Unser Leben haben wir nicht in der Hand! Eigentlich wissen wir es ja, denn täglich gibt es Indizien dafür. In den ganzen Herausforderungen dieser Welt will Gott, dass wir Frieden haben und selbst diese besondere Zeit als Möglichkeit für etwas Neues sehen und nutzen. Wir können uns neu orientieren und das, was in unseren Seelen vor sich geht, reflektieren und zu Gott bringen. Die Corona-Zeit ist eine gute Zeit für das Gebet, den Austausch mit unserem Herrn. Wir dürfen Ihm unsere Herzen öffnen. Er ist der Einzige, der uns in jeder Lage Frieden schenken kann.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie das Eigentliche neu entdecken und in Frieden leben können.

Ihr Pfarrer Edwin Dedekind

Dieser Brief ist erschienen in der Ausgabe 6/2021 des Kleblatts aus dem Wittich-Verlag

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